Aktien Weltmarktkapitalisierung 1900 gegenüber 2016 

 

 

 

Diese Diagramme zeigen die dramatische Transformation des US-Aktienmarkts von 1900 bis 2016. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überholte der US-amerikanische Aktienmarkt Großbritannien und war seitdem der dominierende Aktienmarkt der Welt, obwohl Japan Ende der 1980er Jahre für kurze Zeit der größte Markt der Welt war.


Auf seinem Höhepunkt Anfang 1990 hatte Japan einen Anteil von fast 45% am Weltindex, verglichen mit rund 30% in den USA. Wie das Diagramm zeigt, sank die Gewichtung Japans auf nur 8,4%, was auf die äußerst schwache Wertentwicklung an den Aktienmärkten seitdem zurückzuführen ist. Diese 23 Länder hatten zu Beginn des Jahres 1900 einen Anteil von 98% an der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung und repräsentieren heute noch rund 91% des investierbaren Aktienmarktes.


Warum hat sich der Markt so stark verändert?


Zu Beginn des Jahres 1900 hatte praktisch niemand ein Auto gefahren, einen Anruf getätigt, ein elektrisches Licht verwendet, aufgezeichnete Musik gehört oder einen Film gesehen. Niemand war in einem Flugzeug geflogen, hatte Radio gehört, ferngesehen, einen Computer benutzt, eine E-Mail geschickt oder ein Smartphone benutzt.


Die Menschheit hat eine Welle transformativer Innovationen erlebt, die von der industriellen Revolution bis zum Goldenen Zeitalter der Erfindung im späten 19. Jahrhundert reicht und sich bis in die heutige Informationsrevolution erstreckt.


Dies hat zu völlig neuen Branchen geführt: Strom- und Energieerzeugung, Automobil, Luft- und Raumfahrt, Fluggesellschaften, Telekommunikation, Öl und Gas, Pharma und Biotechnologie, Computer, Informationstechnologie sowie Medien und Unterhaltung. Es gab tiefgreifende Veränderungen in Bezug auf das, was produziert wird, wie es hergestellt wird und wie Menschen leben und arbeiten.


Die USA haben nicht nur seit der Wende des 20. Jahrhunderts dominiert sondern auch die letzten 30 Jahre:



Dies entspricht einer jährlichen Rendite von 9,3% für den S & P 500 und nur 4,1% für den MSCI World außerhalb der USA. Innerhalb dieses Zeitraums war die Konjunktur zyklisch, aber das Gesamtbild zeigt eine starke Verschiebung in Richtung der USA.


Gibt es integrierte Wettbewerbsvorteile, die die USA gegenüber dem Rest der Welt haben? Wie wird sich dies in den kommenden Jahren auf die Wirtschafts- und Finanzmärkte auswirken?


Niemand kennt tatsächlich die Antworten auf diese Fragen, aber dies ist der Stoff, der die Märkte sowohl interessant als auch herausfordernd macht. 


Die Reservewährung der Welt dürfte eine große Rolle bei dieser Divergenz gespielt haben.


Amerika hat natürliche Ressourcen, freundliche Verbündete und zwei riesige Ozeane als Grenzen. Ein starkes Militär und die Technologieunternehmen dominieren ihre Branche. Die Wirtschaft ist stark diversifiziert und dynamisch. Das demografische Profil in den USA ist nicht perfekt, aber weitaus besser als der Großteil der Industrieländer.


Von den mehr als 45.000 börsennotierten Unternehmen sind zum größten Teil in den angelsächsischen Märkten wie die USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Irland und Neuseeland.


In Kanada gibt es fast 3.700 börsennotierte Unternehmen, in Deutschland weniger als 600. Ein ähnlicher Kontrast kann zwischen Frankreich und Australien hergestellt werden. Australiens Wirtschaft ist halb so groß wie die Frankreichs, dennoch gibt es in Australien fast 2.000 börsennotierte Unternehmen, während es in Frankreich nur 550 sind.


Was kann diese Ungleichheit zwischen den angelsächsischen Ländern und großen Wirtschaftsmächten wie Frankreich und Deutschland erklären?


In den angelsächsischen Ländern spielt der Aktienmarkt eine zentrale Rolle in diesen Funktionen, während in den meisten kontinentaleuropäischen Ländern und in Japan Banken bei der Finanzierung und Überwachung von Unternehmen eine viel größere Rolle spielen. In den meisten Teilen Kontinentaleuropas sind nur wenige große historische Unternehmen gelistet, während in den angelsächsischen Ländern der Rückgriff auf den Markt sehr weit verbreitet ist und eher zu einem frühen Zeitpunkt im Lebenszyklus eines Unternehmens erfolgt.

Fazit


Nicht alle Aktienmärkte sind gleich. Hervorragende Ergebnisse sind langfristig nur mit einer breiten Diversifizierung möglich. Die Vereinigten Staaten von Amerika beeindrucken mit einer bemerkenswerten Dominanz.


Wohin werden sich  die Finanzmärkte in den nächsten 20 bis 30 Jahren oder in den nächsten 100 bis 120 Jahren entwickeln?


Was in den kommenden Jahrzehnten passiert, wird wahrscheinlich eine große Anzahl von Investoren überraschen, die davon ausgehen, dass sie genau wissen, was passieren wird.


Viel Spass und eine gute Zeit wünscht dir dein Easy – Invest Team.


Dein Easy – Invest Team