Jahr für Jahr werden Professionelle Investmentfondmanager daran gemessen wie gut sie sich gegen die Rendite des weltweiten Referenzindex S&P 500 behaupten konnten. Über einen Zeitraum von 20 Jahren schaffen es nur fünf Prozent der aktiven Investmentfondmanager einen passiven Indexfond auf den S&P 500 zu übertreffen.

 

Jack Bogle der Gründer von Vanguard veröffentlichte 1976 den ersten Indexfond (ETF) auf den S&P 500. Der Grundgedanke hinter der Indexierung ist dass durch den Kauf von vielen Aktien aus verschiedenen Branchen bessere Ergebnisse erzielt werden, da die Chancen genau diese Aktien zu finden die eine höhere Rendite als der Durchschnitt aufweisen verschwindend gering sind. Es scheint sehr einfach zu sein die guten Unternehmen zu erkennen und die schwachen zu vermeiden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Viele Investoren verschwenden Jahre ihrer Lebenszeit und viel Geld für den Versuch den Index zu übertreffen.

 

Der 1957 gegründete S&P 500 ist deshalb so schwer zu schlagen weil ein eingebauter Mechanismus es den Gewinner ermöglicht sich zu entwickeln. Standard & Poor´s hat 2007 veröffentlicht dass 86 der damaligen 500 noch im Index sind. Pro Jahr werden im Durchschnitt 22 Unternehmen beim S&P 500 ausgetauscht. Innerhalb von 10 Jahren wurden fast die Hälfte der Unternehmen ausgetauscht. Sobald ein Unternehmen nicht mehr den strengen Kriterien entspricht wird es durch ein neues erfolgreiches Unternehmen ersetzt. Somit wird der S&P 500 von den Gewinnern getragen.

 

Wir als Anleger neigen dazu Verlierer zu halten und Gewinner zu verkaufen. Bei gestiegenen Aktien befürchten wir die Gewinne wieder abzugeben und bei den Verliereraktien hoffen wir auf eine Verlustreduktion. Der S&P 500 hat nicht die gleichen Probleme, die uns behindern. Hätten wir Aktien wie Apple, Amazon, Google oder Facebook die im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen sind gehalten?

 

Wenige Aktien im S&P 500 sind für die gesamte Performance in den letzten Jahren verantwortlich. Besteht die Möglichkeit dass wir mit Einzeltitelauswahl diese Aktien auswählen? Die Möglichkeit besteht, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Ich bezweifle dass es uns gelingt Facebook, Google oder Amazon zu finden und vor allem langfristig zu halten.

 

Kommission hinter dem S&P 500

 

Wenn wir in einen ETF auf  den S&P 500 investieren dann wird automatisch im Hintergrund von einer Kommission ständig ein Austausch der Unternehmen vorgenommen. Diese Kommission kommt einmal im Monat zusammen und berät über mögliche Änderungen im Index. Performer bleiben im Index und Unterperformer werden ausgetauscht. Somit wird der Index ständig von Gewinner Unternehmen deren Produkte am Markt nachgefragt werden getragen.

 

Der S&P 500 ist der führende und vertrauenswürdigste Börsenindex der Welt und wird von den Anlegern als Leitindex betrachtet. Die Kunst und Wissenschaft, den S & P 500 zu verwalten wurde 1995 an David Blitzer übertragen. Er und sein Team entscheiden welche Unternehmen in den S&P 500 aufgenommen und welche entfernt werden. Mit dieser Verantwortung wurde er zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten am Aktienmarkt.

 

Der Index umfasst ca. 80% des amerikanischen Aktienmarktes der weltweit aktiv ist mit Vermögenswerten in der Höhe von beinahe 10 Billionen Dollar. Indexfonds auf den S&P 500 sind führend in Portfolios und Pensionsfonds weltweit. Investmentfonds und Pensionsfonds verfolgen in der Regel ihre eigene Wertentwicklung gegenüber dem S&P 500. Wenn ein neues Unternehmen in den S&P 500 aufgenommen wird steigt diese Aktie meist an weil die Indexfolgenden Fonds das Unternehmen zu ihren Portfolios hinzufügen.

 

Die nachfolgenden Anforderungen muss ein Unternehmen erfüllen. Die Erfüllung allein qualifiziert ein Unternehmen nicht automatisch für eine Aufnahme. Die Kommission wählt das Unternehmen basierend der Größe und Liquidität sowie Branche aus und eine Börsennotierung ist erst dann möglich wenn es wirklich repräsentativ ist.

 

Was sind die Auswahlkriterien für ein Unternehmen um in den S&P 500 aufgenommen zu werden?

 

  1. Das Unternehmen muss seinen Sitz innerhalb der USA haben
  2. Ab 2020 muss die Marktkapitalisierung mindestens 8,2 Mrd. USD aufweisen
  3. Die Aktie muss an einer der großen US-Börsen gelistet sein
  4. Ein monatliches Handelsvolumen von 250 Tsd. Aktien in jeden der 6 Monate vor Aufnahme
  5. 50 Prozent der Vermögenswerte und Einnahmen müssen aus den USA stammen
  6. 50 Prozent der Aktien des Unternehmens müssen öffentlich handelbar sein
  7. Ein positives Ergebnis für das letzte Quartal und einen Gewinn für die letzten vier Quartale

Der S&P 500 ist in Branchen unterteilt

 

Der S&P 500 ist in 11 Sektoren gegliedert und diese Sektoren werden wiederum in Industriegruppen unterteilt. Jede der 500 Aktien befindet sich somit in einen der 11 Sektoren. Mit dieser Aufteilung sind wir entsprechend der Modern Portfolio Theorie von Markowitz sehr stark diversifiziert und an allen Bereichen der Wirtschaft beteiligt. Sobald wir an verschiedenen Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Sektoren beteiligt sind senken wir das Risiko und sorgen für einen stabilen Ertrag. Jedes Jahr entwickeln sie andere Sektoren und Branchen hervorragend.

 

Wir können daher mit einem ETF auf den S&P 500 ganz einfach und mit geringsten Spesen Mitunternehmer an der gesamten amerikanischen Wirtschaft werden. Wir sind damit an den Unternehmensgewinnen und der langfristigen Wertsteigerung beteiligt und erhalten zusätzlich noch eine Dividende.

 

  1. Informationstechnologie: 26%
  2. Gesundheitsversorgung: 14%
  3. Finanzen:14%
  4. Gebrauchs- Konsumgüter: 13%
  5. Industrie: 10%
  6. Verbrauchs-Konsumgüter: 7%
  7. Energie: 6%
  8. Versorger: 3%
  9. Immobilien: 3%
  10. Rohstoffe: 3%
  11. Telekommunikation: 2%

Auf diesen Bild sehen wir die relative Größe von jeden einzelnen Unternehmen im S&P 500:

 


Die 10 größten Unternehmen ergeben 20% vom Index

 

  1. Apple: 4 %
  2. Microsoft: 3,4%
  3. Amazon: 3%
  4. Facebook: 2%
  5. Berkshire Hathaway Klasse B: 1,6%.
  6. JP Morgan Chase: 1,5%
  7. Exxon Mobil: 1,5 %
  8. Alphabet C: 1,6 %
  9. Alphabet A: 1,5 %
  10. Johnson & Johnson: 1,5 %

Effiziente Märkte

 

Die Markteffizienzhypothese von Fama, die Portfoliotheorie von Markowitz und das Capital Asset Pricing Modell von Sharp erklären eindeutig warum ein ETF mit minimalen Gebühren auf den S&P 500 sich langfristig so überdurchschnittlich entwickelt. Diese Grundlagen waren für Jack Bogle den Gründer von Vanguard ausschlaggebend dass er 1976 den ersten Indexfund (ETF) auf den S&P 500 entwickelte.

 

In der Markteffizienzhypothese erklärt Fama dass sich Aktien zufällig bewegen und Prognosen nutzlos sind. Alle zugänglichen Informationen sind im Preis der Aktie enthalten. Aufgrund dessen ist es nicht möglich an der Börse dauerhaft überdurchschnittliche Renditen zu erwirtschaften. Ein effizienter Markt unterstützt daher  passive ETF  gegenüber teuren aktiven Investmentfonds. Wenn niemand mehr weiß als der Markt können auch teure Fondmanager den Markt nicht übertreffen. In unzähligen Studien hat sich herausgestellt dass kurzfristig eine höhere Rendite möglich ist jedoch langfristig nicht.

 

Für die Modern Portfolio Theorie wurde Markowitz mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Markowitz lieferte bereits in den 50er Jahren den empirischen Beweis dafür, dass ein diversifiziertes Portfolio jeder Einzelinvestition in Bezug auf das Chancen – Risiko – Verhältnis überlegen ist, auch wenn die Einzelinvestition noch so gut ausgewählt ist. Die moderne Portfoliotheorie empfiehlt den Anlegern das Marktportfolio zu halten.

 

Last but not least das Capital Asset Pricing Modell von Sharpe. Er kam zu der Erkenntnis dass  ein Portfolio aus mehreren nicht korrelierten Wertpapieren ein besseres Verhältnis von Rendite zu Risiko hat als Einzelaktien. Letztendlich erklärt das CAPM warum es für den Anleger immer eine gute Entscheidung ist marktbreit zu investieren.

 

Alle oben erwähnten wissenschaftlichen Studien treffen bei einem Index auf den S&P 500 zu. Zusätzlich erhalten wir durchschnittliche jährliche Dividendenerträge in der Höhe von zwei Prozent. Für den langfristigen Erfolg sind Dividenden eine wesentliche Komponente der Gesamtperformance. Daher unsere klare Empfehlung (nicht nur wir denken so sondern auch Warren Buffett) einen ETF auf den S&P 500 langfristig zu kaufen. Mit der grossen Anzahl der enthaltenen Aktien kann ich auf einen Schlag eine Vielzahl von Risiken wie zb. Einzelwertrisiko, Branchenrisiko, Trendrisiko, Fondmanagementrisiko usw. beseitigen.

 

Legendäre Wette von Warren Buffett 2007 auf den S&P 500

 

2007 hat Warren Buffett mit einer Reihe von Fondmanagern eine Wette abgeschlossen. Buffett hat um eine Million Dollar gewettet dass ein passiver (ohne Management) Indexfond (ETF) auf den S&P 500 die aktiven Investmentfonds über einen Zeitraum von 10 Jahren übertrifft.

 

Der Indexfond hat die aktiven Investmentfonds um sagenhafte 65 bis 21% übertroffen. Er hat mit einem Klick 2007 den Indexfund gekauft und hat sich keine weitere Minute Sorgen über die Investition gemacht.

 

Die hochbezahlten Fondmanager verwalten das Geld täglich und erreichen nur 1/3 der Rendite von einem passiven Indexfund? Weil es so unglaublich ist noch einmal. Buffett hat einen passiven Indexfund auf den S&P 500 gekauft und 10 Jahre war keine Aktivität von ihm mehr notwendig.

 

Kein Wunder dass Warren Buffet für seinen Nachlass neunzig Prozent den S&P 500 und zehn Prozent Anleihen zu kaufen verfügt hat.

 

Fazit

 

Der S&P 500 ist so schwer zu schlagen weil ein eingebauter Mechanismus es den Gewinner ermöglicht sich zu entwickeln. Ein Indexfonds (ETF) auf den S&P 500 ist systematisch, diszipliniert, ausbalanciert, kostengünstig und Umsatzarm. Der S&P 500 hat sich seit seiner Auferlegung sensationell gut entwickelt. Seine Wertentwicklung hat jede andere Anlageklasse wie Anleihen, Gold oder Immobilien wesentlich übertroffen. In den letzten 80 Jahren haben die S&P 500 Aktien eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,5% erzielt.

 

Wir wünschen dir größtmöglichen Anlageerfolg und unterstützen dich gerne dabei.

 

Dein Easy – Invest Team