Die Diversifikation ist 90% vom Anlageergebnis

 

„Diversifizieren Sie über Wertpapiere, über Anlageklassen, über Märkte – und über die Zeit hinweg.“

– Charley Ellis


Dieser Blogbeitrag basiert auf den Gedanken von The Agony & The Ecstasy: The Risks and Rewards of a Concentrated Stock Position und Do Stocks Outperform Treasury Bills? (Folge 3 von 3 Folgen)


Jeder träumt davon diese kleine Anzahl von Aktien auszuwählen die uns aussergewöhnliche Renditen bringen. Die statistische Wahrscheinlichkeit mit Aktienauswahl viel Geld zu verdienen ist so gering wie bei einem Casinobesuch den Jackpot zu knacken. Jedoch fühlen wir uns von diesen Ausreißer – Anlageergebnissen angezogen. Ähnlich wie im Casino die Glocken und Sirenen läuten wenn ein Spieler den Jackpot holt. Wir glauben dann sofort, dass können wir auch und spielen Lotto oder gehen ins Casino oder versuchen unser Glück mit Aktienauswahl. Als Spekulanten  sind wir der Meinung dass diese Ausreißerergebnisse viel öfter vorkommen als es in der Realität der Fall ist. Einen Jackpot zu knacken oder im Casino zu gewinnen oder  mit Aktienauswahl viel Geld zu verdienen ist äußerst selten.


Warum sollen wir Diversifizieren?

 

Wir sollten niemals alle unsere Eier in einen Korb legen wurde uns schon in der Kindheit beigebracht. Das ist die Grundlage von einer der wichtigsten Anlageprinzipien. Diversifikation bedeutet das Investment auf so viele verschiedene Anlagen wie möglich zu verteilen. Desto vielfältiger unser Gesamtportfolio ist desto ausgewogener ist es in der Regel.


Der Gedanke hinter Diversifikation ist das Risiko reduzieren und die Rendite zu steigern. Risiko und Rendite sind die wichtigsten Parameter bei einer langfristigen Investition. Wir erstellen ein Portfolio mit Vermögenswerten dass möglichst wenig korreliert. Die Grundprinzipen der Diversifikation ermöglichen uns ein Portfolio mit geringerem Risiko und höheren Renditepotential zu erstellen.


Wir diversifizieren über:


  • Branchen: Diversifikation über Branchen wie Technologie, Energie, Finanzen.

 

  • Länder: Diversifikation über verschiedene Volkswirtschaften

 

  • Währungen: Diversifikation über verschiedene Währungen

 

  • Anzahl der Wertpapiere: Diversifikation über die Anzahl der Wertpapiere

 

  • Zeit

Branchen entwickeln sich unterschiedlich:


Wir wissen dass sich verschiedene Branchen und Anlageklassen unterschiedlich entwickeln. Wir wissen nicht welcher Marktsektor sich wann und wie entwickelt. Mit der Diversifikation können wir die Renditen erfassen wann und wo sie auftreten. Einige Branchen entwickeln sich überdurchschnittlich während andere eine schwache Leistung erzielen. Im darauffolgenden Jahr ist es wieder umgekehrt. Unabhängig davon wer die Gewinner sind wird ein gut diversifiziertes Portfolio langfristig die historische Rendite des Marktes erreichen.


In der folgenden Grafik ist ersichtlich wie unterschiedlich sich die verschiedenen Branchen entwickeln. Um alle Renditen mitzunehmen ist eine breite Portfolio Diversifikation unumgänglich.



Industrieländer entwickeln sich unterschiedlich


Risikoverteilung indem wir einen Korb mit Aktien aus Industrieländern kaufen.


Die Marktführung ändert sich von Jahr zu Jahr:



Anzahl der Wertpapiere – Diversifizieren mit Low – Cost Indexfonds (Vermeidung Kauf einzelner Aktien)


Wir sind überzeugt dass überdurchschnittliche Renditen durch die Verringerung des Portfoliorisikos und nicht durch die Erhöhung von Aktienspekulation möglich ist. Diversifikation ist ein großartiges Risikomanagementinstrument.


Jede aktive Einzeltitelstrategie muss auf Konzentration einiger weniger Wertpapiere setzen wenn der Marktdurchschnitt übertroffen werden soll. Dieses bewusste auf Diversifikation verzichten bedeutet eine Multiplikation des Risikos.


Unzählige Studien zeigen dass die Renditen für den Investor von einer kleinen Anzahl von Aktien stammen. Wenn wir uns nicht ausreichend diversifizieren besteht die Gefahr genau diese Aktien nicht zu besitzen. Wir werden zum unwissenden Opfer eines Nullsummenwettbewerbs. Trotz der extremen Nachteile werden wir von allen die finanziell davon profitieren (Finanzmedien, Finanzzeitschriften, Online – Broker) überzeugt einzelne Aktien zu handeln und somit gegen die Profis anzutreten.


Laut der Studie vom Bessembinder gibt es eine lotterieähnliche Verteilung der einzelnen Aktienrenditen. Er stellte fest das 96% der Aktien nur eine Rendite von risikolosen einmonatigen Anleihen erreichten. Die 86 Aktien mit der besten Entwicklung (1%) waren für mehr als die Hälfte der gesamten Rendite ausschlaggebend. Die 1000 Aktien mit der höchsten Steigerung (weniger als 4%)  waren für die gesamte Entwicklung verantwortlich.


Eine sehr auffällige Entwicklung wird ersichtlich. Während einige wenige Aktien sehr hohe Renditen erreichen, weist  die große Mehrheit der Aktien unterdurchschnittliche Ergebnisse auf. Dadurch ist ersichtlich dass geringe Diversifikation ein großes Risiko bedeutet. Wir können es einfach wegdiversifizieren ohne die Rendite zu verringern im Gegenteil sie wird erhöht.


Sobald wir in eine entsprechende Anzahl von Asset Klassen (zb. die 11 S&P 500 Branchen) und in viele einzelne Wertpapiere investieren ist es möglich zwei Drittel des Risikos zu reduzieren im Vergleich zu Einzeltitel. Wenn wir erkennen dass es möglich ist mit Diversifikation anstatt Konzentration unser Risiko auf ein Drittel zu verringern wird das Investieren wesentlich angenehmer. Wir können das Einzelwertrisiko und das Branchenrisiko einfach wegdiversifizieren und übrig bleibt nur mehr das Gesamtmarktrisiko. Das übriggebliebene Gesamtmarktrisiko könnten wir nochmals mit kurzfristigen Anleihen reduzieren. Diese Risikoreduktion bedeutet jedoch auch dass wir uns in der Aufwärtsbewegung bremsen. Daher bleiben wir vollständig in Aktien solange der Trend nach oben zeigt und wechseln danach zu 100%  in Anleihen wenn sich der Trend verändert und nach unten zeigt. Diese taktische Risikoreduktion über die Zeit reduziert nochmals das Gesamtmarktrisiko und nimmt uns keine Rendite in der dynamischen Aufwärtsbewegung.


Warum halten wir nicht stark diversifizierte Portfolios?


Angesichts der offensichtlichen Vorteile von Diversifikation stellt sich die Frage warum wir als Anleger diversifizierbare und nicht kompensierte Risiken eingehen. Wir überschätzen den Wert der Informationen und verstehen meist nicht wie riskant einzelne Aktien sind. Ein gering diversifiziertes Portfolio führt auch mit ziemlicher Sicherheit zu schwachen Renditen. Jede hinzugefügte Aktie ist im Grunde genommen eine zufällige Vermutung und die Wahrscheinlichkeit Verlierer oder unterdurchschnittliche Aktien auszuwählen ist so hoch dass wir im Laufe der Zeit von der Wahrscheinlichkeit erwischt werden. Auch wenn uns das Glück hold ist und wir einige Gewinner auswählen ist es unwahrscheinlich dass die Portfoliogröße ausreichend ist um uns vor mittelmäßigen Ergebnissen zu bewahren.


Wir diversifizieren über den Markt (Strategisch) und die Zeit (Taktisch)


Strategische Vermögensallokation bedeutet breite Diversifikation bzw. Streuung. Währenddessen die taktische Vermögensallokation versucht den Markt zeitlich zu erfassen. Die taktische Strategie soll die strategische Asset Allocation weiter diversifizieren.


Dies ist eine Möglichkeit, sich über Zeit und Markt zu diversifizieren, im Gegensatz zu der traditionellen Sichtweise der Diversifizierung, bei der lediglich eine Diversifizierung über Anlageklassen angestrebt wird.


Risiko an den Finanzmärkten zu vermeiden ist unmöglich. Unsere Aktienrendite entsteht durch die vorhandene Volatilität und Unsicherheit an den Wertpapiermärkten. Aktien würden Anleihen nicht übertreffen wenn die periodischen Marktkorrekturen nicht vorhanden wären. Verluste sind ein Merkmal von Finanzmärkten.


Deshalb verfolgen wir einen umsatzarmen, kostengünstigen, strategischen und taktischen Asset – Allocation Ansatz. Unser Portfolioansatz ist vorwiegend strategisch, mit einer taktischen Überlagerung, die in stressigen Zeiten am Markt als Absicherung fungiert. Daher sind wir in steigenden Märkten in Aktien und in fallenden in Anleihen.


Wir werden niemals am höchsten Punkt aussteigen und am niedrigsten wieder einsteigen. Kein Investor kennt die Zukunft. Die Reduktion der Volatilität führt dazu dass der Anleger im Markt bleibt und nicht im schlimmsten Moment verzweifelt und sich selbst aus dem Markt nimmt. Die Aufgabe einer gut funktionierenden Anlagestrategie ist es über einen längeren Zeitraum die Renditen einer Kaufen und Halten Strategie zu erreichen und das grosse Risiko einer jahrelangen unterdurchschnittlichen Rendite zu vermeiden.


Wir wünschen dir größtmöglichen Anlageerfolg und unterstützen dich gerne dabei.


Dein Easy – Invest Team