Warum wir unsere kostbare Zeit nicht damit verschwenden sollten nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen sondern einfach den ganzen Heuhaufen kaufen und gut schlafen weil wir die Gewinner besitzen.


Dieser Blogbeitrag basiert auf den Gedanken von The Agony & The Ecstasy: The Risks and Rewards of a Concentrated Stock Position und Do Stocks Outperform Treasury Bills? (Folge 1 von 3 Folgen)


Zusätzlich wird ein Forschungsbericht von Vanguard „Wie man die Chancen erhöht die wenigen Aktien zu besitzen, die für die Rendite verantwortlich sind“ angeführt. 


Wer ist Jack Bogle und was wollte er uns damit erklären?

 

Bogle hat 1975 die Vanguard Group gegründet. Ein Jahr später führten Bogle und Vanguard den ersten Index-Investmentfonds ein. Dieser steht der Öffentlichkeit zur Verfügung um die Performance des breiteren Marktes zu verfolgen und gleichzeitig die niedrigstmöglichen Gebühren zu erheben. Trotz Beibehaltung niedriger Gebühren im Geschäft hat Vanguard sein verwaltetes Vermögen von 1,8 Milliarden US-Dollar bei der Gründung auf 5,3 Billionen US-Dollar erhöht. Damit ist Vanguard der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt.

 

„Wenn jemals eine Statue errichtet wird, um die Person zu ehren, die am meisten für Investoren getan hat, sollte Jack Bogle zweifellos die Wahl treffen.“ — Warren Buffett

 

Was passiert mit den Aktienkursen von einzelnen Unternehmen über einen Zeitraum von 30 Jahren?

 

Es gibt viele Verlierer und einige große Gewinner. Vanguard hat in einem Forschungsbericht zum Thema „Wie man die Chancen erhöht die wenigen Aktien zu besitzen, die für die Rendite verantwortlich sind“ ein Diagramm veröffentlicht das die Renditen des US-Aktienmarktes (Russell 3000)  von 1987 – 2017 zeigt. In diesem Diagramm ist sehr gut ersichtlich warum wir gut beraten sind den ganzen Markt in Form eines Indexfonds zu kaufen. Also im übertragenen Sinn lt. Bogle „Kaufe den Heuhaufen und nicht die Nadel“. Einer Vielzahl von Verlieren stehen einige große Gewinner gegenüber.

 

 

Vanguard berechnete die Renditen der Russell 3000 Aktien in den letzten 30 Jahren. Sie stellten fest dass 30% der Aktien mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren und 47% der Aktien unrentabel waren. Die aussergewöhnliche Entdeckung ist dass 7% der Aktien kummulierte Renditen über 1000% hatten und dadurch verantwortlich waren für die hervorragende Entwicklung.

 

Wie Jack Bogle uns sagte: „Suchen Sie nicht nach der Nadel im Heuhaufen. Kaufen Sie einfach den Heuhaufen.

 

Wenn wir den gesamten Heuhaufen besitzen erhalten wir sowohl die Gewinner als auch die Verlierer. Es gibt für jedes einzigartige Unternehmen wie Amazon mehrere tausend Unternehmen die sich auf und ab bewegen an der Börse und irgendwann vom Markt verschwinden. Lass uns einmal über die Unmöglichkeit sprechen genau so ein einzigartiges Unternehmen zu finden. Wären wir bei einer Rendite von mehreren tausend Prozent drangeblieben? Hätten wir nicht bei 100% Plus verkauft und gesagt höher kann es nicht gehen? Wir wissen nicht welches zu den erfolgreichsten Unternehmen in Zukunft gehören wird. Die Auswirkung für Anleger liegen auf der Hand, wenn wir einzelne Aktien kaufen und die 7% nicht besitzen ist es schwierig mit dem Index Schritt zu halten. Mit anderen Worten, wenn wir die durchschnittliche Aktie ausgewählt hätten wäre unsere Rendite unbedeutend gewesen. Insbesondere weil die Suche nach der Nadel im Heuhaufen mit hohen Kosten verbunden ist. Und man oft erst hinterher weiß, welches die richtige Nadel war.

 

Auf der folgenden Grafik ist es nochmals sehr deutlich ersichtlich dass die überdurchschnittliche Entwicklung von 7% der Aktien mit Renditen über 1.000% erzielt wurde.

 

 

Es gibt einen kleinen Teil von überdurchschnittlichen Gewinnern an der Börse. Das zeigt wiederum wie schwer es ist mit einzelnen Aktien den Index über einen längeren Zeitraum zu übertreffen.


Die weltweite Aktienentwicklung im Zeitraum von 1990 bis 2018


In einer Studie von Julie 2019 hat Bessembinder mit anderen Autoren (Do Global Stocks Outperform US Treasury Bills?) die Entwicklung von 62.000 globalen Aktien im Zeitraum von 1990 bis 2018 untersucht.


  • Die leistungsstärksten 811 Unternehmen (1,33%) waren für die gesamte weltweite Vermögensbildung an den Aktienmärkten idH. von 44,7 Billionen US Dollar verantwortlich (ausserhalb der USA weniger als 1% der Unternehmen mit 16 Billionen)
  • Nur 40,5% der globalen Aktien übertreffen die Verzinsung kurzfristiger Staatsanleihen

 

Die Wahrscheinlichkeit Gewinner Aktien auszuwählen gleicht einem Lotteriespiel wie uns diese Studie wieder einmal vor Augen führt. Wenn nur 1,3% für die Nettovermögensbildung verantwortlich sind dann bringen uns 98,7% keine Nettovermögensschaffung. 40,5% weisen eine höhere Rendite als Barmittel auf und somit erhalten wir bei den verbleibenden 60% mit vollen Aktienrisiko weniger Ertrag als für festverzinsliche Staatsanleihen.

 

Wie können wir einfach, optimal und kostengünstig weltweit in Aktien investieren?


Keep it simple, stupid – KISS Regel:

 

Erfolgreiche Geldanlage kann sehr einfach sein und sie ist es in der Regel auch. Wie z.B. die Anlage in kostengünstige Indexfonds. Und wer dir (z.T. völlig unverständliche) Komplexität verkaufen will, meint es häufig nicht wirklich gut mit dir.

 

Die von Jack Bogle und Vanguard erfundenen Indexfonds sind eine sinnvolle und praktikable Methode um die Marktrendite ohne jeglichen Aufwand zu erzielen. Mit Indexfonds erhöhen wir die Chancen die wenigen Aktien zu besitzen die für die Rendite verantwortlich sind.  Indexfonds eliminieren das Einzelwert, Sektoren und Managerisiko und lassen nur mehr das Aktienmarktrisiko übrig. Wenn wir in einen weltweiten Low – Cost Indexfond wie den MSCI World investieren wird unsere Rendite langfristig immer in den oberen 20% aller Anleger liegen.

 

Der MSCI Word ist einer der bedeutendsten Aktienindizes der Welt. Dieser Index beinhaltet ca. 1.600 Aktien der verschiedensten Branchen aus den 23 wichtigsten Industrieländern.

 

Diversifizieren, diversifizieren, diversifizieren

 

Ein diversifiziertes Portfolio basiert auf der Performance von Hunderten oder tausender einzelner Aktien um eine für den Markt repräsentative Rendite zu erzielen. Auf diese Weise liegt die finanzielle Entwicklung an der Leistung der Weltwirtschaft und nicht an einer Handvoll einzelner Unternehmen.

 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Kapitalmarktforschung ist, dass es so gut wie unmöglich ist, über einen längeren Zeitraum hinweg mit ausgewählten Aktien einen Vergleichsindex zu schlagen. Das schafft übrigens auch fast kein Profianleger (Vermögensverwalter, Fondsmanager etc.) Warum sollten wir also die hohen Spesen von aktiven Investmentfonds bezahlen, wenn passive Investmentfonds und ETFs deutlich günstiger zu haben sind?

 

Es ist keine Überraschung, dass John Bogle, Gründer von Vanguard und Erfinder des Indexfonds zu den einflussreichsten Personen in der Investmentbranche des letzten halben Jahrhunderts gehört.

 

Fazit

 

Wenn wir irgendwann die Komplexität der Finanzmärkte aufgelöst und zu der Essenz gelangt sind wird es auf einmal ganz ruhig und einfach. 99% aller angebotenen Investmentprodukte sind Spesenkonstrukte und bringen den Anleger keinen Mehrwert nur den Konstrukteur. Sobald uns der Aktienmarkt interessiert sind wir mit einem Low – Cost MSCI World ETF ob Ansparer oder Einmalanlage genau in dem einem Prozent das übrig bleibt. Vergessen wir die unmögliche Nadel im Heuhaufen und kaufen wir stattdessen den Heuhaufen.

 

Wir wünschen dir größtmöglichen Anlageerfolg und unterstützen dich gerne dabei.

 

Dein Easy – Invest Team